Archiv für Kategorie ‘Garten’

Der Saatzieher – Altes Wissen, neue Landwirtschaft

31. Juli 2017

Flachsprojekt im Ökotop: Riffeln

10. September 2015

Riffeln

Bereits im Jahr 2000 wurde im Ökotop Heerdt Flachs angebaut und über die zahlreichen Arbeitsschritte bis zur fertigen Faser verarbeitet. Als ich davon im Herbst erfuhr, habe ich vorgeschlagen, das doch noch einmal zu machen, und die Umstände waren günstig. Im April habe ich Leinsamen ausgesät, vor drei Wochen haben wir geerntet, und nachdem der Flachs gut durchgetrocknet war, haben wir ihn gestern „geriffelt“. Auf obigen Foto zeigt uns Kurt, der das Projekt vor 15 Jahren schon mitgemacht hatte, wie es geht. Die Riffel ist ein Brett mit mehreren dicht nebeneinander stehenden Nägeln, durch die die Halme mit den Samenständen gezogen werden, wobei die Kugeln mit den Samen hängenbleiben und herunterfallen.

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Nun wurden die Samenkapseln „gedroschen“, was in der Praxis mit einem Nudelholz geschah. Die Samen trennten sich von der Spreu.

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Dann war es noch eine Menge Arbeit, die Samen zu reinigen. Der Wind und Elskes Lunge halfen dabei 😉

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Die Aktion haben wir gestern abgeschlossen, indem wir die Flachshalme gebündelt und dann in einem Gartenteich versenkt haben. Dort „rösten“ sie etwa zwei Wochen lang. Dadurch wird es im folgenden Arbeitsschritt leichter, die Fasern von den restlichen Pflanzenteilen zu trennen.
Ich hatte mithilfe des Düsseldorfer Umweltamts die Schulen eingeladen, sich zu beteiligen, aber bisher hat sich noch niemand gemeldet. Aber es gibt ja noch weitere Arbeitsschritte…

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

15. August 2015

Spitzwegerich

In meinem Garten steht ein Prachtexemplar von ca. 70 cm Höhe. Ob sich da die Nähe zur Energiesäule (im Hintergrund) ausgewirkt hat?
So oder so, Spitzwegerich ist eine bedeutende Heilpflanze, und als Hausmittel gegen Husten kennt ihn fast jeder.

Spitzwegerich

Buchtipp:
Pflanzliche Urtinkturen
Wesen und Anwendung

13. Juli 2015

Pflanzliche Urtinkturen

Als ich Ende April Ursula Stratmann besucht habe, um mit ihr ein Interview für SunPod über ihre Wildkräuterwanderungen im Ruhrgebiet aufzuzeichnen, empfahl sie mir dieses Buch, das mich vom ersten Augenblick an begeistert hat.

Das Autorenpaar beschreibt nicht nur die „klassischen“ Eigenschaften und Anwendungen von 48 der bekanntesten Heilkräuter wie Kamille, Salbei, Brennnessel usw., die sich von den Inhaltsstoffen ableiten, sondern darüber hinaus beschreiben sie das „Wesen“ der Pflanzen.

Zitat: „Das Wesen ist der verborgene Grund, der verborgene Sinn. Es ist die Kraft, die hinter der Erscheinung liegt.“ und an anderer Stelle: „Es ist die Bestimmung, der verborgene Sinn einer Heilpflanze, einen Gegenpol zum kranken Menschen (oder Tier) zu schaffen und damit wieder ein Gleichgewicht anzustreben. Die Pflanze sucht also die Krankheit und findet ihre höchste Bestimmung darin, wenn sie als Heilmittel Verwendung findet.“

Ich kannte ja schon die Empfehlung, im Garten darauf zu achten, welche Pflanzen dort plötzlich wachsen, die früher nicht da waren, und die mich „gesucht“ haben könnten, um mich bei persönlichen Transformationsprozessen – körperlich, geistig oder seelisch – zu unterstützen, aber dass ein Ehepaar dieses Thema schon seit Jahrzehnten erforscht und eine Firma gegründet hat, um dieses Wissen und diese Wirkungen in die Welt zu tragen (Ceres Heilmittel), das war wie eine Offenbarung für mich!
Ich finde das Buch gut lesbar, schön gestaltet und alltagstauglich, und deshalb habe ich es auch schon ein paarmal verschenkt. Und ich habe damit begonnen, den Grundstock für meine eigene Hausapotheke zu legen 🙂

Hier zwei praktische Beispiele aus den letzten Tagen, wir sehen die frischen blühenden Kräuter vor dem Zerkleinern:

Johanniskraut:
„Lichtassimilation, Nervenkraft, Stabilität“

150712_Johanniskraut

und Kapuzinerkresse:
„Durchwärmung des Wässrigen, und Lichtdurchdringung
des Feuchten und Dunkeln“

150712_Kapuzinerkresse

Gesang im Ökotop

7. Juli 2015

150706-Nachtigall

Schon am frühen Abend beglückt mich täglich eine Singdrossel im Garten mit ihrem großen Repertoire. Einer Ihrer Lieblingsbäume steht im Nachbargarten, so dass ich geradezu einen Logenplatz geschenkt bekommen habe 🙂

[Anmerkung: ich hatte den Vogel ursprünglich für eine Nachtigall gehalten, aber die hat keine Sprenkel auf der Brust]

Erdmandel (Cyperus esculentus), die zweite

10. Dezember 2014

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Inzwischen habe ich auch die Erdmandeln von Arche Noah geerntet. Die aus der IPK-Linie sind etwas süßer, dafür sind diese hier im Schnitt etwas größer und ergeben in der Summe etwa doppelt soviel Masse, bei einem ähnlich großen Grasbüschel. Ich werde beide Linien weiter anbauen.
Zum Größenvergleich hatte ich ein 2-Cent-Stück neben die Erdmandeln gelegt.
Und hier sieht man, dass die einzelnen Samen gerade in der Mitte unter dem Gras dicht an dicht liegen. Die fast schwarze Erde stammt noch aus dem Blumentöpfchen von Arche Noah:

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Erdmandel (Cyperus esculentus)

5. Dezember 2014

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Diese Woche habe ich damit begonnen, die Erdmandeln zu ernten. Da ich weiss, dass sie bei Wühlmäusen sehr begehrt sind, hatte ich sie in großen Blumentöpfen gezogen und nicht im Beet. Auf dem Foto sieht man gut den Wurzelballen in der Form des umgebenden Topfes.
Es war eine etwas mühselige Arbeit, bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt die kleinen Mandeln aus der Erde herauszupulen, aber es hat sich gelohnt.
Zu Hause habe ich sie gewaschen und gewogen: 69 g, insgesamt ca. 120 Stück. Vor ein paar Jahren hatte ich mit 6 Erdmandeln vom IPK angefangen.
Ich habe nun noch einen weiteren Topf zu beernten, der im Mai mit einem Pflänzchen von Arche Noah begonnen hatte, und bin nun gespannt, wie sich der Geschmack und die Erträge unterscheiden.

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Schinkenwurzel

13. Oktober 2014

141013_Nachtkerzenrosette

Das Ökotop im Allgemeinen und mein Garten im Speziellen bieten zahllosen Nachtkerzen (Oenothera biennis) eine Heimat, und nachdem ich schon öfters davon gelesen hatte, dass man die Wurzeln als Gemüse kochen kann, habe ich es einfach mal ausprobiert.
Nachtkerzen sind zweijährig und bilden im ersten Jahr eine Blattrosette. Diese habe ich ausgegraben und zumindest in einigen Fällen auch hinreichend dicke Wurzeln darunter gefunden.
Die Wurzeln habe ich mit der gleichnamigen Bürste abgeschrubbt, in mundgerechte Stücke geschnitten und in Salzwasser in etwa 20 Minuten gar gekocht. Danach habe ich sie in Butter geschwenkt und zu Buchweizen gegessen. Der Geschmack war so überraschend gut, enfernt an Schwarzwurzel erinnernd (aber bei der Verarbeitung angenehmer, es geht auch ohne Handschuhe), dass ich nächstes Jahr gezielt eine Reihe aussäen werde.

Der Name soll daher kommen, dass sich die Wurzel beim Kochen rot verfärbt. Das hat sie bei mir nicht getan, aber schon manche frische Wurzel hat zumindest teilweise eine rote Schale.

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Herbsttauschbörse der BGA

4. Oktober 2014

Tauschbörse in Radevormwald

Gestern habe ich in Radevormwald die Herbsttauschbörse der Bergischen Gartenarche besucht. Bei strahlendem Sonnenschein haben viele GartenfreundInnen ihre Pflanzen auf den Vorplatz der Carl-Diem-Grundschule getragen, um sie und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Es trifft sich dort eine verschworene Gemeinschaft, und es ist schön, jedesmal einige inzwischen Bekannte wiederzusehen.
Mein Garten freut sich nun auch auf neue Gesellschaft. So habe ich beispielsweise die bizarre Morgensternsegge mitgebracht, Kugeldistel, Vexiernelke und Nachtviolen. Nachdem ich in den letzten Jahren viel Essbares in den Garten gebracht habe, schenke ich nun den Zierpflanzen mehr Aufmerksamkeit.

Tauschbörse in Radevormwald

Blühender Topinambur

21. September 2014

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Der Topinambur blüht ja immer erst recht spät, aber inzwischen ist es wieder soweit. Ich hatte einige Knollen meiner im vorigen Jahr am reichsten tragenden Pflanze an mehreren Stellen im Garten gepflanzt, und der größte dieser daraus neu gewachsenen Riesen ist über vier Meter hoch. Ich schätze, dass ich diesen Winter insgesamt 30 – 40 kg Topinambur aus dem Garten holen kann.

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