Archiv für Kategorie ‘SunPod-Interview’

194 SunPod-Interview: Deepak Gadhia – From Deforestation to Social Engineering

12. Juni 2016

Deepak Gadhia

Deepak Gadhia ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Solarkocherpioniere der Welt.
Ich habe ihn zum ersten Mal im September 2011 interviewt, damals noch auf Deutsch.
Nachdem ich im Januar in Faro auf der CONSOLFOOD-2016-Konferenz insgesamt 7 Interviews mit Solarkocherakteuren aus aller Welt auf Englisch aufgenommen hatte, war mir schnell klar, dass ich auch Deepak noch einmal seine inspirierende Geschichte auf Englisch erzählen lassen wollte, um den Menschen rund um den Globus die Chance zu geben, davon zu hören. Vor zwei Wochen anlässlich der Solarkochertagung im Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern in Wietow bekam ich dann meine Gelegenheit.
Deepak Gadhia hat sich von den Anfängen, in denen es um die Verhinderung der Abholzung ging, über kleinere und größere Solarkocher bis hin zu den Großküchen mit bis zu 50.000 mit Sonnenlicht gekochten Mahlzeiten am Tag darüber hinaus zu einem “social engineer” entwickelt, wie er sich selbst bezeichnet, der ganzheitliche Lösungen für Menschen entwickelt und verbreitet, bei denen die Technik inzwischen nur noch eine nachgeordnete Rolle spielt.
In dieser SunPod-Ausgabe erzählt er uns seine Geschichte und schildert uns in den letzten Minuten auch noch, wie der die CONSOLFOOD-2016 im Januar in Faro erlebt hat.

181 SunPod-Interview: Dr. Janak Palta McGilligan

31. Januar 2016

Ankunft-Faro

Janak McGilligan war eine Viertelstunde vor mir in Faro gelandet, weshalb sie mich zusammen mit Celestino Ruivo, dem Initiator der CONSOLFOOD-2016, am Flughafen in Empfang genommen hat. Ich muss gestehen, dass ich vorher von ihr noch nichts gehört hatte, und umso mehr war ich beeindruckt, als sie mir ihre Geschichte erzählt hat. Ihr könnt sie auf SunPod auch alle hören 🙂

Gemeinsam mit ihrem vor ein paar Jahren verstorbenen Mann Jimmy McGilligan hatte sie 1985 das “Barli Development Institute for Rural Women” gegründet und dann bis 2011 geleitet.

Dort wurden und werden weiterhin in halb- und ganzjährigen Programmen Tausende Mädchen und junge Frauen aus dem ländlichen Raum ausgebildet und mit Grundkenntnissen in Hauswirtschaft und Gartenbau, Lesen und Schreiben sowie Gesundheits- und Umweltthemen ausgestattet.

Seit 2013 leitet sie nun das Jimmy McGilligan Centre For Sustainable Development, wo sie einen Ausbildungsschwerpunkt im Zusammenhang von biologischem Gärtnern und dem Einsatz von Solarkochern und -trocknern setzt.

Hier noch ein Foto während der Konferenz, zusammen mit Ganshyam Lukhi von Tapi Foods, auf dessen Geschichte wir uns auch noch freuen dürfen:

Janak-Ganshyam

173 SunPod-Interview: Rob Hopkins
Transition, Permaculture and Punk

11. Oktober 2015

Rob Hopkins

Rob Hopkins hat vor rund neun Jahren gemeinsam mit anderen die erste Transition Town-Initiative im südenglischen Totnes gegründet und ist zugleich der bekannteste Vertreter dieser weltweiten Bewegung für eine bessere Welt.

Ich traf ihn vorletzte Woche bei der KlimaUnkonferenz in Hannover, zu der die dortige Transition-Initiative eingeladen hatte, und als ich ihn beim Geschirrspülen auf ein Interview ansprach, war er sofort dazu bereit. In unserem Gespräch beschreibt Rob Hopkins die Transition Town-Bewegung, so wie sie sich ihm aus heutiger Sicht darstellt und erhellt den Zusammenhang mit der Permakultur und dem Punk.

152_SunPod-Interview
Dipl.-Ing. agr. Kerstin Lüchow
Ein Herz für den Naturgarten

1. Februar 2015

150201_Kerstin_Luechow

Wer einen Garten anlegen möchte, der ihm möglichst wenig Arbeit bei der regelmäßigen Pflege macht, den er ausser am Anfang nie gießen muss, in den er keine chemisch-synthetischen Dünger und keine Gifte schütten möchte, und der alle vier Wochen sein Gesicht geändert hat, weil wieder ganz andere Pflanzen blühen, der ist ein Kandidat für einen Naturgarten.
Einige dieser Menschen, die sich solcher Gärten schon lange erfreuen, haben vor 25 Jahren den Naturgarten e.V. gegründet und sich im Januar in Düsseldorf zu ihren jährlichen Naturgartentagen getroffen.
Ich hatte mich dort mit der Gärtnerin und Gartenbauingenieurin Kerstin Lüchow verabredet, die sowohl im Vorstand des Vereins als auch in der Geschäftsstelle mitarbeitet.
In unserem Gespräch erschien sie mir wie ein wandelndes Lexikon in Sachen Naturgarten und ist ganz klar mit ihrem Herzblut bei der Sache, was jedem deutlich wird, der ihr zuhört.
Wir erfahren u.a. auch, dass man mit den passenden Maßnahmen vielen der 560 Wildbienenarten in Deutschland ein Refugium bieten kann, dass viele Wildblumensaatmischungen ungeeignet sind und auch nicht jedes Buch, dass “Naturgarten” im Titel trägt, wirklich Naturgartenwissen vermittelt.
Auch bei den immer beliebteren Insektenhotels wird in der Regel viel falsch gemacht. Es gibt also noch sehr viel neu zu lernen, und der Naturgarten e.V. ist dafür die erste Adresse.

150 SunPod-Interview
Dr. agr. Christine Rüther – SoLawi Kassel

11. Januar 2015

150110_Christine_Ruether

Hier geht’s zum Interview

Die UNO und die FAO haben das Jahr 2015 zum “Internationalen Jahr der Bodens” erklärt, und wir werden uns in diesem Jahr mit unseren Interviews immer wieder darauf beziehen.
Während die industrielle Landwirtschaft die Böden immer mehr zerstört und vergiftet, bietet allein die kleinbäuerliche Landwirtschaft die Gewähr, unsere Ernährungsgrundlage dauerhaft zu schützen und zu pflegen.

Wie so etwas praktisch gelingt, hat mir vergangene Woche die promovierte Agraringenieurin Christine Rüther erzählt. Sie arbeitet seit rund sechs Jahren bei der SoLawi (= “solidarische Landwirtschaft”) Kassel mit. In zwei Bioland-zertifizierten Gärtnereien in Escherode und in Niederkaufungen wird für über 200 Menschen nachhaltig Gemüse angebaut, wobei in Escherode drei Thüringer Kaltblutpferde den Pflug und den Anhänger ziehen, eine Arbeitsweise, die im Unterschied zu Traktoren den Boden schont.

Unser Interview ergänzt sehr schön unsere SunPod-Ausgabe 114 mit Wolfgang Stränz, der damals den Buschberghof vorgestellt hatte, und wenn man sich beide Episoden anhört, bekommt man ein gutes Gefühl für das Gemeinsame und das jeweils Spezifische dieser beiden SoLawis.

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146 SunPod-Interview Jan Bade – Obstbaumkunde, Sortenerhalt und sensible Birnen

17. November 2014

Jan Bade

Es gibt Tausende Obstbaumsorten, und die Aufgabe der Pomologie – der Obstbaumkunde – ist es, diese zu bestimmen, die Bäume zu pflegen und die Sorten zu erhalten.

Jan Bade aus Niederkaufungen bei Kassel ist einer der ganz wenigen hauptberuflichen Pomologen in Deutschland, und er hat mir einen Einblick in sein umfangreiches Wissen gewährt.

In diesem Beitrag bekommen wir eine erste Ahnung von dem gewaltigen Umfang dieser faszinierenden Erfahrungswissenschaft, die nirgendwo als Fach gelehrt, sondern deren Inhalt ausschließlich von anderen “Euphorikern” persönlich weitergegeben wird.

So geht es beispielsweise um Verwendungszwecke und Farbvarianten, um die Detektivarbeit beim Aufspüren vermeintlich verlorener oder der Bestimmung gefundener Sorten, um die Aromavielfalt der Birnen und um die von Jan Bade mit begründete Datenbank zum Erhalt der Obstsortenvielfalt.

Hier geht’s zum Interview

140 SunPod-Interview Johannes Heimrath
Oya, degrowth und die Enkeltauglichkeit

7. September 2014

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Das alle zwei Monate erscheinende Magazin Oya habe ich zum ersten Mal auf der Transitionkonferenz 2010 in Hannover in Händen gehalten, und es erschien mir damals als Sammelbecken all’ der Ideen und Strömungen, die auch in der Transitionbewegung zueinander gefunden haben.
Ich zitiere mal, wie die Zeitschrift sich selbst sieht:
“Oya interessiert sich für Projekte, die mit offenem Geist Neuland erschließen, statt an Patentrezepten oder Ideologien festzuhalten. Die Zeitschrift lässt Menschen und Initiativen selbst zu Wort kommen und lädt mutige Denkerinnen und Denker ein, ihre Visionen einer lebensfördernden Kultur zu Papier zu bringen. So möchte sie Menschen ermutigen, selbst der Wandel zu sein, den sie in der Welt sehen möchten.”

Johannes Heimrath ist Oyas Herausgeber, und ich traf ihn vergangenen Freitag auf der degrowth-Konferenz in Leipzig.
In dieser SunPod-Ausgabe schildert er uns die Entstehungsgeschichte des Magazins, aber auch die Oya-Prinzipien – wie beispielsweise die Enkeltauglichkeit der vorgestellten Projekte, um uns dann im zweiten Teil an seinen ersten Eindrücken von der degrowth-Konferenz teilhaben zu lassen.
Und seine sich daran anschließenden Gedanken haben mir persönlich sehr geholfen, die Flut von Eindrücken von dieser Konferenz ein wenig zu ordnen

139 SunPod_Interview Dirk Kerstan – NeuLand

27. August 2014

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Letzten Mittwoch habe ich das Gemeinschaftsgartenprojekt NeuLand in Köln besucht, und Dirk Kerstan, der Gartenkoordinator von Neuland e.V., hat mich herumgeführt und mir anschließend die Geschichte der ersten drei Jahre dieses äußerst vielgestaltigen und in vielerlei Hinsicht bunten Gartens erzählt.

In diesem Gespräch erfahren wir, dass der Einsatz für eine gute Sache durch zahlreiche sog. “Zufälle” belohnt wurde, wodurch immer wieder zum richtigen Zeitpunkt rettende Hilfe quasi aus dem Nichts auftauchte. (Und wir lernen daraus, dass es immer eine Alternative gibt, auch wenn uns phantasielose Politikerinnen eines Schlechteren belehren wollen.) Der Kölner Neulandgarten ist ein Paradebeispiel dafür, wie einfach und lohnend es ist, sich als BürgerIn selbst zu ermächtigen und die Gestaltung der eigenen Umgebung selbst in die Hand zu nehmen.

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136_SunPod_Interview: Dr. Eric Martinot
REN21 Renewables Global Futures Report 2013

20. Juli 2014

Dr. Eric Martinot

Dr. Eric Martinot hat zwei Jahre lang 150 kluge Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund dazu interviewt, wie sie sich die Entwicklung der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 vorstellen, ausserdem hat er zahlreiche Studien zum gleichen Thema ausgewertet und daraus als Essenz den “Renewables Global Futures Report” geschrieben und Anfang 2013 veröffentlicht.

Dr. Martinot lebt eigentlich in Tokio, hat aber zum Glück für mich und uns letzte Woche im Wuppertal Institut einen Vortrag gehalten und sich dankenswerterweise im Anschluss daran die Zeit genommen, uns sehr ausführlich seine Sicht der Dinge zu erläutern.

Hier geht’s zum Interview, (englisch, 48 Minuten)

134_SunPod_Interview: Bernd Frank
Agnihotra-Feuertechnologie

6. Juli 2014

Bernd Frank

Der Homa-Hof Heiligenberg ist ein “Umweltschutzprojekt nach vedischer Art”, und der Pressesprecher Bernd Frank hat es letzte Woche in einem Vortrag in Krefeld vorgestellt.

In der Nähe des Bodensees bauen die Mitglieder des “Vereins für Homa-Therapie” Gemüse an, und ergänzen dabei die herkömmlichen Bioanbaumethoden durch Feuertechnologien, im Sanskrit “Homa” genannt, deren wichtigste das Agnihotra ist.
Mit dieser Zeremonie, die sie bei Sonnenauf- und untergang durchführen, reinigen und heilen die Ehrenamtlichen Luft, Boden und Wasser, und das wirkt sich ausserordentlich positiv auf die Qualität des Gemüses aus.
Ich traf Bernd Frank am Morgen nach seinem Vortrag zu unserem Interview, in dem er ausführlich den Ablauf und die Wirkungen des Agnihotra beschreibt.
Weltweit betreiben schon Zehntausende Bauern mit großem Erfolg Landwirtschaft nach dieser Methode, die ohne jeden Chemieeinsatz auf dem Acker auskommt, und selbst vorher durch industrialisierte Landwirtschaft abgetötete Böden werden wieder fruchtbar.